SANA Klinikum Remscheid

Für die Versorgung von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre, die in akute psychische Krisen geraten, ist im bergischen Städtedreieck (Wuppertal, Remscheid und Solingen) das Zentrum für Seelische Gesundheit des Kindes- und Jugendalters zuständig. Zudem bietet das ZSG in Remscheid und Wuppertal vollstationäre bzw. tagesklinische Behandlungen an.

Eine akute Krise besteht dann, wenn wegen einer psychiatrischen Erkrankung eine akute Gefahr für einen selbst oder andere Menschen besteht. Das ist z.B. der Fall, wenn Suizidgedanken so stark werden, dass sie nicht mehr kontrolliert werden können oder man in einer Psychose andere Menschen angreift, weil man diese als bedrohlich wahrnimmt und angreift.

In solchen Fällen sollte man den Notruf 112 wählen oder wenn man unsicher ist das SANA Klinikum Remscheid direkt anrufen und darum bitten, mit dem diensthabenden Kinder- und Jugendpsychiater verbunden zu werden. Dieser entscheidet dann am Telefon oder vor Ort, ob eine Notaufnahme notwendig ist.

Wichtig zu wissen ist, dass eine solche Notaufnahme oft nur zu einer kurzen (Krisen)Behandlung führt, die das Grundproblem in den meisten Fällen nicht löst.

Für eine reguläre Behandlung bzw. „Elektivaufnahme“ – also alles was nicht Notfall ist und geplant werden kann – auf einer der Stationen oder Tageskliniken ist es notwendig, sich vorher ambulant bei einem Kinder- und Jugendpsychiater vorzustellen, der dann die Notwendigkeit einer solchen Behandlung prüft und ggf. empfiehlt. Eine solcher Termin ist auch bei uns in der Praxis möglich, wobei wir immer gut abwägen, wo nicht-stationäre Maßnahmen noch möglich sind. Im Bedarfsfall nehmen wir direkt Kontakt mit der Klinik auf und unterstützen bei der Aufnahme. 

Erfahrungsgemäß muss man sich auf Wartezeiten einstellen, die von einigen Tagen bis einige Wochen und Monate dauern können. Zudem ist es immer wichtig, auch nach einer stationären Behandlung ambulant weiter zu machen, da meist auch bei einer guten, intensiven stationären Psychotherapie die zugrundeliegende psychische Erkrankung nicht geheilt werden kann.

Jugendamt

„Das“ Jugendamt gibt es nicht. Vielmehr hat jede Stadt oder Kommune ihre eigene Behörde, die um das Wohl von Kindern, Jugendlichen und deren Familien kümmert, die ortsansässig leben. Entsprechend sind die Organisation und das Vorgehen auch teilweise recht unterschiedlich.

Im Rahmen einer psychiatrischen Behandlung empfehlen wir manchmal die Einbeziehung des Jugendamtes, um Hilfen anzubieten, die nicht im engeren Sinne „therapeutisch“ sind, aber trotzdem die psychische Gesundheit unserer Patienten nachhaltig positiv beeinflussen können. Am häufigsten ist das die sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH oder „Flex“), die Familien meist mit jüngeren Kindern Zuhause berät, z.B. bei der Lösung typischer, immer wiederkehrender Konflikte. Ein weiteres Angebot sind die sog. heilpädagogischen Tagesgruppen, in denen verhaltensauffällige Kinder mit professioneller Unterstützung den Alltag mit anderen Kindern üben können. Es gibt aber auch weniger umfangreiche Hilfen wie z.B. Erziehungsbeartungsstellen.

Die Aufgaben der Jugendämter umfassen aber noch viel mehr. Teilweise werden die Hilfen auch von sogenannten „freien Trägern“, wie Caritas oder Diakonie übernommen. Inhaltlich geht es dann aber um das gleiche. 

Beratungsstellen

Es gibt eine ganze Reihe von Stellen, an die sich Eltern und Kinder wenden können, wenn es um psychische Probleme geht. An Schulen gibt es schulpsychologischen Dienst oder Schulsozialarbeiter, es gibt psychologische Beratungsstellen, Elternberatungsstellen und vieles mehr. Es lohnt sich, in der eigenen Region nach entsprechenden Hilfsangeboten zu gucken. Eine gute Übersicht gibt die Between the Lines App oder Homepage.

Für spezielle Problembereiche – z.B. Autismus, Opfer von Gewalttagen, Transsexualismus bzw. LGBTQ im Allgemeinen – gibt es entsprechend spezialisierte Hilfen. Bei Bedarf beraten wir bezüglich entsprechender Angebote.