Zum Geleit

Liebe Eltern und Sorgeberechtigte,

Sie haben den Weg zur Webpräsenz meiner Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie gefunden. Damit haben Sie bereits den, meist schwierigen, ersten Schritt getan, ihrem Kind außerhalb ihres vertrauten Umfeldes Hilfe zu suchen.

Vermutlich sind Sie noch nicht sicher, ob die Kinder- und Jugendpsychiatrie der richtige „Ort“ dafür ist. Das Angebot an Hilfen für Kinder und Jugendliche mit Auffälligkeiten im Verhalten, Erleben oder Fühlen ist groß und man verliert leicht den Überblick. Zudem stellt sich oft die Frage, ob es „wirklich so schlimm“ ist oder es bestehen Ängste, dass das eigene Kind erst „krank gemacht“ werden könnte.

An dieser Stelle möchte ich Sie darüber aufklären, wie der Ablauf bei uns in der Praxis sich gestaltet, vom ersten Kontakt bis zur abgeschlossenen Diagnostik und vielleicht sogar Behandlung. Machen Sie sich hier – wie auch bei jedem weiteren Schritt – ein eigenes Bild und entscheiden Sie, ob Sie den Weg mit uns weiter gehen wollen.

Die Erstvorstellung

Als erstes nehmen Sie Kontakt mit uns auf, indem Sie uns anrufen oder eine Email schreiben. Eine unserer Praxismanagerinnen wird Ihr Anliegen entgegen nehmen und Ihnen einige Fragen zur aktuellen Situation stellen. Dies ist notwendig, um uns ein erstes Bild davon zu machen, ob ihr Kind bei uns richtig aufgehoben ist.

Im Anschluss vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin zur Erstvorstellung. Dieser dauert ca. 1,5 Stunden und sollte am besten mit allen Sorgeberechtigten und natürlich dem Kind stattfinden. Hier lernen Sie zunächst die Therapeutin kennen, die für Sie und ihr Kind für die Dauer der Diagnostik zuständig ist. Zu diesem Termin bringen Sie bitte das gelbe Untersuchungsheft, die Zeugnisse und evt. vorliegende Berichte anderer Stellen (vorbehandelnde Kinder- und Jugendpsychiatrien, -psychotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, o.ä.) mit. Auch senden wir Ihnen im Vorfeld einige Unterlagen zu, u.a. einen sog. „Elternfragebogen“, den Sie bitte zum ersten Termin mitbringen. Dieser soll die diagnostische Sicherheit erhöhen und gibt uns die Möglichkeit, uns im Erstgespräch auf die wesentlichen Problembereiche zu konzentrieren, statt (notwendige) biographische Daten abzufragen. Im letzten Teil des Termins wird ihr Kind von mir persönlich körperlich untersuchen, um internistische oder neurologische Ursachen der Symptome auszuschließen.

Die Diagnostik bei uns

Zum Schluss des Erstgespräches geben wir Ihnen eine Empfehlung zum weiteren diagnostischen Vorgehen. Dieses umfasst in aller Regel eine Leistungstestung (zum Ausschluss einer schulischen Überforderung), eine projektive Testung (zum Erfassen der emotionalen Innenwelt Ihres Kindes) und das gemeinsame Ausfüllen einiger spezieller Fragebögen (je nach Verdachtsdiagnose). Bei Bedarf führen wir auch nochmal ein separates Elterngespräch oder eine motopädische Untersuchung durch. Sie müssen sich also auf 3-4 weitere Termine einstellen, die wir mit Ihnen gemeinsam vereinbaren. 

Sollte sich bereits im ersten Gespräch eine eindeutige Verdachtsdiagnose stellen, besprechen wir dies direkt mit Ihnen. Normalerweise geschieht dies aber erst beim sogenannten Befundgespräch bzw. Abschlussgespräch. Hier geben wir Ihnen unsere diagnostische Einschätzung und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

Danach entscheiden wir zusammen, ob Sie ihr Kind bei uns in Behandlung geben wollen oder Sie mit der Diagnose und Empfehlung, die wir auch in einem Abschlussbericht dokumentieren, den Prozess bei uns beenden.

Der Ablauf einer Behandlung

Als sozialpsychiatrische Praxis haben wir die Möglichkeit, Angebote aus den Bereichen der Psychiatrie, Psychotherapie, Sozialarbeit, Familientherapie, Motopädie und Kunsttherapie „aus einer Hand“ anzubieten. Typischerweise bieten wir Ihnen in diesem Rahmen, je nach Indikation und Ihrem Wunsch, Termine alle vier bis sechs Wochen und eine telefonische Beratung an. 

Sollte unser Angebot für die Problematik Ihres Kindes nicht ausreichend sein, so beraten wir Sie bezüglich weiterer Hilfsangebote bei entsprechenden Spezialisten, wie z.B. einer umfassenden Gesprächstherapie, Familienhilfen, Ergotherapie o.ä. In jedem Fall bleiben wir, wenn Sie es wünschen, Ihr Hauptansprechpartner, ähnlich wie es ein Hausarzt in der somatischen Medizin ist. Wenn Sie wollen begleiten wir Sie und Ihr Kind auch nach Abklingen der Symptome prophylaktisch weiter, so lange wie Sie mögen und es für notwendig halten. So haben Sie die Sicherheit, langfristig einen kompetenten Partner an Ihrer Seite zu haben und bei einem möglichen Rückfall frühzeitig reagieren zu können.

Bei all diesen Vorgehen ist unsere Devise stets: „So viel wie nötig – so wenig wie möglich.“ Denn letzten Endes soll die Behandlung dazu diesen, Ihnen und ihren Kindern das Leben mit so wenig Eingriffen wie möglich lebenswerter zu machen!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und vielleicht bis bald!

Ihr Dr. Ismael Halabi Cabezon